Magisch: Weggeblasene Unentschiedenheit – anhaltende Begeisterung

Eigentlich war gar nicht viel los an diesem Tag. Der Schulleiter begrüßte uns und ging den Stundenplan durch. «Nachrichten schreiben» stand da, «Interview führen» oder «Der Kommentar». Was halt so unterrichtet wird an einer Journalistenschule.

Doch für mich war der erste Tag an der DJS in München eine Offenbarung. Ein paar Semester hatte ich lustlos herumstudiert, Politik, Germanistik – mit der deprimierenden Aussicht, Lehrer zu werden. Dann sah ich in der Zeitung eine Ausschreibung für die renommierteste Journalistenschule in Deutschland. Ich probierte es – und schaffte die Aufnahmeprüfung. Wahnsinn! Die Unentschiedenheit, die viele junge Menschen Anfang 20 spüren, war wie weggeblasen.

An diesem ersten Tag spürte ich: DAS ist es, DAS will ich. Journalist werden. Nachrichten schreiben. Interviews führen. Eine neue, fremde, aufregende Welt stürzte auf mich ein, und ich hatte keine Ahnung, was sie für mich bereithalten würde. Aber ich war für alles bereit.

Seit meinem ersten Tag an der Journalistenschule sind inzwischen mehr als 25 Jahre vergangen. Doch die Begeisterung für diesen Beruf habe ich seitdem nie wieder verloren.

Arno Makowsky, Chefredakteur «Die Abendzeitung», München – und MAZ-Dozent

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